Die Bedeutung des Göttweiger Interstadials im Ablauf der Würm-Eiszeit

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Das im Würm-Vereisungsgebiet in Oberbayern bei Hörmating entdeckte Drumlin-Profil, das E. Ebers (in diesem Jahrbuch) stratigraphisch, paläoklimatologisch und chronologisch ausgewertet hat, läßt sich genau mit dem typischen Löß-Profil im östlichen Niederösterreich, insbesondere mit seinem Fellabrunner (Göttweiger) fossilen Bodenbildungskomplex im Sinne von F. Brandtner parallelisieren. Die Zeit der Göttweiger Verlehmung ist das Hörmatinger Interstadial von ca. 47000 (oder 48000) vor heute bis zum Abschluß durch eine Torfschicht mit dem C14-Datum Gro-2593: 45300+1000 v. h. Da manche Befunde für mindestens einen Kälterückschlag sprechen, ist wohl der Name „Göttweiger Interstadial-Komplex" passender. Diese Unterbrechung des glazialen Klimas in der Würm-Eiszeit dauerte von etwa 47000 (oder 48000) bis ca. 30000 v. h. Die Vorlandvergletscherung wurde durch die Schüttung eines Vorstoßschotters eingeleitet, auf dem sehr wahrscheinlich im Paudorfer Interstadial die Innerwürm-Verwitterungsschicht (E. Kraus) entstand. Die Vorlandvergletscherung erfolgte allem Anschein nach von der Aare in der Schweiz bis zur Salzach ganz (oder fast ganz) im Hauptwürm; ihr ging eine mehrfache Schüttung älterer Würmschotter aus den Alpentälern voran. Diese älteren Würmschotter (in Hörmating mit 2-3 m mächtiger Verwitterungsrinde) können 2-3 interstadiale Schieferkohlenflöze enthalten, von denen das älteste an mehreren Orten dem letztinterglazialen Flöz aufliegt.
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