Sedimente und Ablagerungsmechanismen in instabilen proglaziären Seen (Eisrandstauseen) in Westgrönland

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Am Rande des grönländischen Inlandeises bei Søndre Strømfjord ist eine ganze Reihe von Eisrandstauseen mit instabilen Wasserständen zu finden. Sie neigen dazu, sieh von Zeit zu Zeit unter das Eis hinein zu entleeren. Die Sedimente am Boden der ausgelaufenen Seebecken können ohne technischen Aufwand untersucht werden. 7 solcher Seen, von denen 3 im Sommer 1993 ausgelaufen waren, konnten im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes eingehender untersucht werden. Die Seefüllungen bestehen demnach vor allem aus locker gelagerten Diamikten, bei denen es sich größtenteils um die Sedimentfracht von Eisbergen handeln dürfte. Daneben spielen Delta- und Schwemmfächersedimente sowie Rutschmassen, die von den Flanken der Seebecken stammen, eine wichtge Rolle. Feinkörnige Seesedimente, wie man sie in eisrandnahen Seen eigentlich erwarten würde, treten demgegenüber stark in den Hintergrund. Sedimentfüllungen von derartigen instabilen Seen weichen also offensichtlich von gewöhnlichen, bisher bekannten glazilakustrinen Schichtfolgen stark ab. Fossile Ablagerungen aus derartigen Seen, die am Rande des nordeuropäischen Inlandeises oder der alpinen Vorlandgletscher nicht seltener gewesen sein dürften als im heutigen Grönland, sollten aufgrund der vorliegenden Untersuchungen in Zukunft leicht zu erkennen sein.
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