Wirkungen des pleistözänen kaltzeitlichen Klimas, insbesondere des Bodenfrostes, in den Sedimenten des östlichen Ostfalen (Eiskeile, Löß-Flugsand, asymmetrische Täler)

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Im zweiten Teil des Beitrags wird eine reiche Dokumentation von Abbildungen vorgenommen, um das Inventar von Eiskeilen im östlichen Teil von Niedersachsen (Ostfalen) zu analysieren. Eiskeile sind die einzigen Periglazialerscheinungen, die zweifelsfrei einen ehemaligen Dauerfrostboden repräsentieren. Nach einer kurzen Einleitung werden im 2. Kapitel zwei saalezeitliche oder elsterzeitliche Eiskeilnetze dokumentiert, welche in Ahlum (östlich von Wolfenbüttel) bis in eine Tiefe von 6 m herabreichen und welche sehr gut datiert werden können durch ihr Füllmaterial und die Deckschichten. In Barmke (nordwestl. von Helmstedt, Nr. 12, Abb. 1) wurden im Rahmen eines größeren Eiskeilnetzes normale Eiskeile und vorzeitliche „Eisgänge" (ice-vains) angetroffen (Abb. 3). welche ebenfalls eine saalezeitliches oder elsterzeitliches Alter besitzen. Die Eiskeile mit einer Länge von 2,0 bis 2,5 m, die in einer zusammenhängenden Phase gebildet wurden, sind alle von weichselzeitlichem Alter (Kap. 3). In manchen Exemplaren liegen polygenetische Eiskeile vor, die entweder während der Saale- (oder der Elster-Zeit) oder - in anderen Fällen - während der Saale- und Weichselzeit wuchsen (Kap. 4). - In Kapitel 5 werden einige „Kleinkeile" und Kissenböden mit kleinen syngenetischen Frostspalten präsentiert, deren Bildung nicht in eine Permafrostperiode fällt, sondern die während einer weniger kalten stadialen oder interstadialen Phase während der Weichselkaltzeit gebildet sein müssen (Abb. 15 und 16). - Eine Abfolge von gelbem Löß in Abwechslung mit weißen Sanden, die aus dem Eozän der Helmstedter Tertiärmulde stammen, stellt eine Ausnahme dar (vgl. GEERt & HAGEDORN 1996). - Nur zwei klimatisch bedingte asymmetrische Täler, beide etwa in Süd-Nord-Richtung verlaufend, wurden gefunden. Sie wurden in Quartärsedimenten entwickelt oder in Sanden des Tertiärs (Miozäns. Oligozäns, Eozäns). Nur einige Eiskeile sind in Mergeln des Mittleren Keupers ausgebildet. - Syngenetische Kryoturbationsformen und Eiskeilpseudomorphosen wurden nur in der Oker-Mittelterrasse nördl. Isingerode angetroffen. - An klimatischen Schlüssen kann für die kälteste Zeit der Weichsel- und Saale-Kaltzeit geschlossen werden, daß die Temperaturdepression (im Jahresdurchschnitt) mindestens 14 bis 15° betragen hat.
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