Vorelsterzeitliche Karsttaschen mit Terra-fusca-Füllung in der Kreide von Meerdorf im Landkreis Braunschweig

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Bei Meerdorf im Landkreis Braunschweig finden sich auf der Oberfläche von mergeligen Kalken der Mucronatenschichten sack- und trichterförmige Taschen, die bis 3 m tief und mit braunem Ton und Geschiebesanden gefüllt sind. Auf schwacher Hangneigung gelegene Taschen sind in ihrem oberen Teil hangabwärts verzerrt und unter Fließschutt der Kreidekalke zu langen Schwänzen ausgezogen. Der braune Ton ist auch außerhalb der Taschen auf der narbigen Oberfläche der Kalke verbreitet, wogegen die Geschiebesande auf die Kerne der Taschen beschränkt sind. Über diesen Bildungen liegt eine Grundmoräne. Die Kleinformen der Kreideoberfläche und die tieferen Taschen sind durch Auflösung von Mergelkalkstein entstanden; der nichtkarbonatische Rückstand bildet eine Terra fusca. Die Verkarstung vollzog sich unter warmem Klima und begann möglicherweise schon vor dem Pleistozän. Die Geschiebesande in den Taschen sind vermutlich elsterzeitlich und waren ursprünglich flächenhaft verbreitet; in das Innere der Taschen sind sie durch Eiskeilbildung oder auf andere Weise gelangt. Danach wurden die Sande flächenhaft abgetragen. Deformiert wurden die Taschen zu Beginn der Saalezeit durch Solifluktion. Die das Profil abschließende Grundmoräne ist die des drenthestadialen Eisvorstoßes.
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