Neues zur pleistozänen Harzvergletscherung

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Ein Schurf in den Böhrweg-Schottern am südwestlichen Harzrand (380 m NN) ergab überraschende Befunde hinsichtlich der Struktur der dortigen Schuttmasse. Die etwa 20 m mächtige Schuttmasse zeigt in den obersten Metern solifluidale und kryoturbare Strukturen, und Hinweise auf zwei ausgeprägte Naßböden, in den unteren Teilen, die im Schurf in mehr als 10 m Mächtigkeit aufgeschlossen waren, intensive Faltungen sowie saiger stehende und nahezu horizontale Scherflächen. Dabei ist die Verformung des Materials in den tieferen Teilen des Aufschlusses überwiegend plastisch, in den höheren, unterhalb der periglazialen Verlagerungen, überwiegend starr. Insgesamt bietet die Schuttmasse das Bild einer mehrfach durch Bodenbildungen und durch periglaziale Prozesse umgeformten Stauchmoräne. An Grobkomponenten enthält diese Moräne ausschließlich Material von den hangaufwärts (bis 725 m) anschließenden Teilen des Acker-Zuges. Das Material ist teilweise voll gerundet, teilweise eckig und zeigt neben absolut frischem Quarzit und Kieselschiefer auch völlig zermürbte, teilweise sogar zu Sand verwitterte Quarzite. In den tiefsten Teilen werden die Faltungsstrukturen besonders deutlich, da gelblich gefärbte und gebleichte Partien wechsellagern. Der Verwitterungsgrad dieser Partien deutet daraufhin, daß stark verwittertes Material mit frischem Schutt vermengt wurde. Die Schuttmasse liegt oberhalb der Oberterrasse auf Felssockel, ist aber mit dieser durch einen Grobschuttkegel verbunden. Sie kann demnach nur oberterrassenzeitlich oder älter sein. Die Schneegrenze berechnet sich zu etwa 550 m.
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