Reconstructing 2500 years of land use history on the Kemel Heath (Kemeler Heide), southern Rhenish Massif, Germany

Zusammenfassung

Die Kemeler Heide im westlichen Hintertaunus ist heute Teil des größten zusammenhängenden Waldgebietes in Hessen mit einer Waldbedeckung von rund 60 %. Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurde sie jedoch als Heide genutzt. Mit der vorliegenden Studie wird versucht, die regionale Landnutzungsgeschichte auf der Kemeler Heide mithilfe verschiedenartiger methodischer Ansätze zu rekonstruieren. Eine besondere Berücksichtigung erfahren dabei historische Relikte, die sich im Wald erhalten haben. Zur Rekonstruktion früherer Landnutzungssysteme wurden hochmittelalterliche Ackerraine in drei verschiedenen Wüstungsfluren kartiert und im Hinblick auf ihre Sedimentzusammensetzung und ihr Alter untersucht. Die Datierung derartiger Ackerkolluvien erfolgte erstmals mit mehreren 14C- und einer OSL-Datierung. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen waren frühneuzeitliche Holzkohlemeilerplätze, anhand derer die Artenzusammensetzung der frühneuzeitlichen Wälder rekonstruiert werden konnte. Zusätzlich wurden auch zwei verschiedene Schlackenhalden als Hinterlassenschaften hochmittelalterlicher Eisenverhüttung datiert und die Ergebnisse mit den Sedimentationsraten einer kolluvialen Dellenfüllung verglichen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die anthropogene Landnutzung auf der Kemeler Heide spätestens während der Eisenzeit begann. Die stärksten Einflüsse erfolgten jedoch erst während des hohen Mittelalters und der frühen Neuzeit. Besonders im Hochmittelalter führte ausgedehnter Ackerbau dazu, dass der Waldanteil weitaus kleiner war als heute. Die meisten Ackerraine stammen daher aus dieser Periode. Während der Neuzeit wurde dagegen vermehrt Heidewirtschaft betrieben.
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