Vom Umgang mit artesischen Verhältnissen in Brandenburg am Beispiel der Arteserhavarie von Eberswalde im Januar 2021
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10901
Abstract
[...] In weiten Teilen Brandenburgs stehen die Grundwasserleiter aufgrund der geologischen Bedingungen, insbesondere der Überdeckung durch geringleitende, bindige Sedimente (Ton, Schluff), unter Druck. Wird ein solcher bedeckter Grundwasserleiter angebohrt, steigt das Wasser im Bohrloch auf. Übersteigt der Druck die Geländeoberkante, spricht man von einem Arteser. In Brandenburg sind Gebiete mit artesischen Verhältnissen bekannt, die bei unachtsamen Eingriffen in den Untergrund zu Arteserhavarien führen können. Zur Vermeidung solcher Unfälle ist es zwingend notwendig, vor Bohr-, Sondier- oder Erdarbeiten alle verfügbaren Informationen zum Untergrund vom zuständigen Geologischen Dienst einzuholen und die Arbeiten entsprechend zu planen. Am Beispiel einer durch Fremdverschulden verursachten Arteserhavarie in der Altstadt von Eberswalde im Januar 2021 wird die erfolgreiche Sanierung der Havarie innerhalb von neun Tagen unter winterlichen Wetterbedingungen beschrieben. Die enge und koordinierte Zusammenarbeit zweier Brandenburger Bohrunternehmen und des Geologischen Dienstes war entscheidend für die schnelle und schadensbegrenzende Behebung des Unfalls.
Subjects
Artesische VerhältnisseArteserhavarie
Eberswalde
Grundwasserleiter
Altlastenmanagement
Brunnenbau
Geogefahren

