Klimatische Änderungen, abgeleitet aus den granulometrischen Eigenschaften einer Lößbodenfolge in Zaprężyno (Wzgórza Trzebnickie/Katzengebirge)

Krawczyk, Marcin ORCIDiD
Jary, Zdzisław

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11205
Krawczyk, Marcin; Jary, Zdzisław, (Ed.),2024: Klimatische Änderungen, abgeleitet aus den granulometrischen Eigenschaften einer Lößbodenfolge in Zaprężyno (Wzgórza Trzebnickie/Katzengebirge). In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2024; Band 31, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11205. 

Abstract

[…] Korngrößenanalysen für paläoökologische Interpretationen verwenden einfache statistische Deskriptoren, um Rückschlüsse auf die stratigraphische und sedimentäre Bedeutung granulometrischer Daten zu ziehen. Die physikalischen Eigenschaften (z. B. die Korngröße) des mobilisierten, transportierten und abgelagerten Materials werden jedoch durch mehrere, gleichzeitig wirkende Umweltfaktoren beeinflusst. Die Korngrößenverteilung des Lösses und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Paläoumwelt scheinen daher komplexer zu sein, als einfache statistische Indikatoren zeigen. Unterschiedliche Eigenschaften des Ablagerungsmilieus können eine wichtige Rolle bei der Korngrößenverteilung des abgelagerten Materials spielen. Bei trockenen Ablagerungsbedingungen hängt die Größe der abgelagerten Staubpartikel von der Intensität der atmosphärischen Turbulenz, den Eigenschaften der Partikel selbst und der Beschaffenheit der Landoberfläche ab. Das untersuchte Profil in Zaprężyno ist stark durch die lokale Geologie beeinflusst und zeichnet sich durch seine heterogenen granulometrischen Eigenschaften aus, was auf unterschiedliche sedimentäre Prozesse hinweist. Es konnte gezeigt werden, dass die Löss-Sedi-mentation nicht kontinuierlich verlief, da tundrowo-glejowe Horizonte (Tundra-Gley-Horizonte) identifiziert werden konnten, die auf temporäre Milieus mit erhöhter klimatischer Feuchtigkeit hindeuten. Die EMMA-Analyse (End-Member-Modellierung) half, bisher unbekannte Populationen zu definieren, die sich durch unterschiedliche Korngrößenverteilungen auszeichnen. Jede dieser Populationen korreliert mit spezifischen Umwelteigenschaften und Prozessen, die die äolische Sedimentation begleiteten.