Lumineszenzdatierungen pleistozäner Ablagerungen von Kliffaufschlüssen der schleswig-holsteinischen Ostseeküste
Kenzler, Michael
Preusser, Frank
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11206
Abstract
[…] Die Geologie der Kliffaufschlüsse Schleswig-Holsteins ist in ihren Grundzügen bekannt. An vielen Abschnitten liegen Detailuntersuchungen vor, die nach Küstenabbrüchen aktualisiert bzw. ergänzt werden. Das besondere Interesse an aktiven Steilküsten resultiert neben dem geowissenschaftlichen Erkenntniszuwachs daraus, dass ihr geologischer Aufbau in Verbindung mit der Kliffexposition ein entscheidendes Kriterium für die Art und Intensität der Küstenerosion etwa bei Sturmflutereignissen ist. Grundlagen der Stratigraphie und damit der Korrelation der überwiegend Saale- bis Weichsel-kaltzeitlichen Ablagerungen der Steilküsten sind bislang die geographische Position, die Lithologie und die Lagerungsverhältnisse. Geochronologische Daten, wie sie etwa das radiometrische Verfahren der Lumineszenzdatierung bietet, sind bislang die Ausnahme (PREUSSER 1999; LIVINGSTONE et al. 2015). Bei der Neubearbeitung von vier Steilküstenabschnitten an der Ostsee (z. B. Schönhagen und Stohl) erfolgten lithologisch-strukturgeologische Aufnahmen (Geologischer Dienst Schleswig-Holstein) und es wurden Proben für die Lumineszenzdatierung entnommen. Die Probenentnahmen fokussierten auf fluviatile und glazifluviatile Sande unterhalb von Geschiebemergeln (Till) (T2 und T3). Ziel war die Datierung von Sedimenten, die entweder die Basis eines glazialen Vorstoßes oder Interglaziale/Interstadiale repräsentieren, um die stratigraphische Gliederung der Profile zu präzisieren. Die Datierungsergebnisse liegen im erwarteten Altersbereich und ermöglichen eine genauere Korrelation der glazigenen Ablagerungen an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.

