Mikroskopische Untersuchungen zu menschlichen Manipulationen an Tierknochen des Saale-Spätglazials (MIS 6) aus Jänschwalde
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11262
Abstract
[...] Schnittspuren auf Tierknochen haben einen hohen Stellenwert für den Beweis menschlicher Manipulationen in paläolithischen Fundvergesellschaftungen, in diesem Falle für das Jagdverhalten des Neandertalers. Der Beitrag präsentiert mikroskopische Untersuchungen an Knochenfunden aus dem Saale-Spätglazial des Tagebaus Jänschwalde. Um natürliche Beschädigungen durch Sedimentdruck oder Umlagerung von echten Schnittspuren abzugrenzen, wurden differentialdiagnostische Kriterien angewandt. Die Analyse konzentriert sich auf regelhaft geformte Querschnitte und spezifische Oberflächenmodifikationen, die durch den Einsatz von Steinwerkzeugen beim Zerlegen der Beute entstanden sind. Die Ergebnisse stützen die Interpretation der Fundstelle als Schlachtplatz und liefern wichtige Einblicke in die Subsistenzstrategien früher Menschenformen am Ende des Mittelpleistozäns in der Niederlausitz. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit objektiver Bewertungsmethoden in der Taphonomie, um menschliches Handeln sicher von geogenen oder biologischen Prozessen zu unterscheiden.
Subjects
MikroskopieSchnittspuren
Tierknochen
Saale-Spätglazial
Jänschwalde
Neandertaler
Jagdverhalten
Mittelpaläolithikum
Taphonomie

