Mikroskopische Untersuchungen zu menschlichen Manipulationen an Tierknochen des Saale-Spätglazials (MIS 6) aus Jänschwalde

Steguweit, Leif

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11262
Steguweit, Leif, (Ed.),2016: Mikroskopische Untersuchungen zu menschlichen Manipulationen an Tierknochen des Saale-Spätglazials (MIS 6) aus Jänschwalde. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2016; Band 23; Sonderheft, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11262. 

Abstract

[...] Schnittspuren auf Tierknochen haben einen hohen Stellenwert für den Beweis menschlicher Manipulationen in paläolithischen Fundvergesellschaftungen, in diesem Falle für das Jagdverhalten des Neandertalers. Der Beitrag präsentiert mikroskopische Untersuchungen an Knochenfunden aus dem Saale-Spätglazial des Tagebaus Jänschwalde. Um natürliche Beschädigungen durch Sedimentdruck oder Umlagerung von echten Schnittspuren abzugrenzen, wurden differentialdiagnostische Kriterien angewandt. Die Analyse konzentriert sich auf regelhaft geformte Querschnitte und spezifische Oberflächenmodifikationen, die durch den Einsatz von Steinwerkzeugen beim Zerlegen der Beute entstanden sind. Die Ergebnisse stützen die Interpretation der Fundstelle als Schlachtplatz und liefern wichtige Einblicke in die Subsistenzstrategien früher Menschenformen am Ende des Mittelpleistozäns in der Niederlausitz. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit objektiver Bewertungsmethoden in der Taphonomie, um menschliches Handeln sicher von geogenen oder biologischen Prozessen zu unterscheiden.