Starkregenereignis am 01./02. August 2024 in Trendelburg-Gottsbüren: Katastrophale Überflutung und der Abgang von Oberflächenrutschungen und Hangmuren
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11893
Abstract
In der Nacht vom 01. auf den 02. August 2024 entwickelte sich über dem nördlichen Landkreis Kassel im Raum Trendelburg und Hofgeismar eine ungewöhnlich große Starkregenzelle. Innerhalb weniger Stunden fielen lokal bis etwa 170 mm Niederschlag. In der Folge kam es zu Überflutungen und extremem Hochwasser. Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Hombressen/Lempe ging in Betrieb und erreichte fast den Vollstau. Im gleichen Zeitraum kam es in Trendelburg-Gottsbüren zu einer Flutkatastrophe, begleitet von Oberflächenrutschungen und Hangmuren. Im Anschluss an den Einsatz des HLNUG, Dezernat G2, am HRB Hombressen/Lempe im Rahmen der hessischen Talsperrenaufsicht konnten einige der oberhalb und unterhalb von Gottsbüren an den Talhängen des Fuldebachs und Katzbachs aufgetretenen Erosions, Sedimentations und Rutschungsprozesse ad hoc ingenieurgeologischgeomorphologisch kartiert werden. Zwei überhöhte geotechnische Profilschnitte dienen der Veranschaulichung der entstandenen Flachrutschungen und Hangmuren. Nach Einordnung der Beobachtungen in den regionalen geologischen Bau der Gottsbürener Senke werden die Unterschiede der aufgetretenen Rutschungs und Fließprozesse sowie deren möglicher Einfluss auf das eigentliche Überflutungsszenario diskutiert. Beobachtungen vor Ort belegen, dass der Bewuchs der steilen Hänge mit Bäumen und Sträuchern aufgrund deren Wurzelkohäsion einen natürlichen Schutz gegen Hangmuren und Flachrutschungen bieten.
During the night of August 1 to 2, 2024, an unusually large heavy rain cell developed over the northern district of Kassel in the Trendelburg and Hofgeismar area. Within a few hours, up to 170 mm of precipitation fell locally. This resulted in flooding and extreme high water levels. The Hombressen/Lempe flood retention basin (HRB) was activated and almost reached full capacity. During the same period, Trendelburg-Gottsbüren was hit by a flood disaster, accompanied by surface landslides and mudslides. Following the deployment of HLNUG, Department G2, at the Hombressen/Lempe flood retention basin as part of the Hessian dam supervision, some of the erosion, sedimentation and landslide processes that occurred above and below Gottsbüren on the valley slopes of the Fuldebach and Katzbach streams were mapped ad hoc using engineering geology and geomorphology. Two elevated geotechnical profile sections serve to illustrate the resulting shallow landslides and slope debris flows. After classifying the observations in the regional geological structure of the Gottsbüren depression, the differences in the landslide and flow processes that occurred and their possible influence on the actual flooding scenario are discussed. Onsite observations show that trees and shrubs offer natural protection against debris flows and shallow landslides due to their root cohesion.

