Historische Landnutzung im Nordwesten Berlins – Die Wölbäcker von Heiligensee
Böse, Margot
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10910
Abstract
[...] Spuren historischer Landnutzung und deren Auswirkung lassen sich bis heute im Gelände und im Boden zahlreicher Gebiete Norddeutschlands und anderer Regionen erkennen. Eines der markantesten Bodendenkmäler sind gewölbte Ackerparzellen, sogenannte Wölbäcker (ridge-and-furrow systems). Sie bilden eine wichtige Basis der historischen Erforschung von Siedlungsstrukturen, unterliegen jedoch durch moderne Landwirtschaft und Bebauungsmaßnahmen zunehmender Zerstörung. Dieser Beitrag widmet sich der Erfassung der mittelalterlichen Ackerflächen des Dorfes Heiligensee (heute ein Ortsteil Berlins) und deren Beziehung zu Relief und Boden. Darüber hinaus wird die Entwicklung des Ackerlandes im historischen Kontext betrachtet. Die historischen Karten, insbesondere die von 1739, zeigen die geplante Anlage der Ackerflächen (Hufengewannflur) im 13. Jahrhundert. Die Höhenunterschiede der Wölbäcker betragen bis zu 80 cm. Die Wölbäcker sind vor allem in den Gebieten mit geringerer Reliefenergie und auf höhergelegenen Sandböden ausgeprägt. Der Artikel beschreibt, wie die Anlage der Wölbäcker nicht nur die landwirtschaftliche Nutzung (Entwässerung, besseres Pflanzenwachstum) widerspiegelt, sondern auch wichtige Informationen über die mittelalterlichen Siedlungs- und Flurformen liefert.
Subjects
WölbäckerHeiligensee
Historische Landnutzung
Bodendenkmal
Berlin
Mittelalterliche Flurform
Relief

