100 Jahre Geologie von Brandenburg
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10896
Abstract
[...] Im Jahr 1922 erschien mit der "Geologie von Brandenburg" von Dr. Kurt Hucke die erste zusammenfassende Darstellung der Landesgeologie, die damals die preußische Provinz Brandenburg einschließlich der Gebiete östlich der Oder umfasste. Bemerkenswert ist, dass Hucke kein führender Geologe der Preußischen Geologischen Landesanstalt (PGLA) war, sondern Studienrat. In den 100 Jahren seit der Erstveröffentlichung hat sich der Kenntnisstand zur Landesgeologie durch eine Vielzahl von Tiefbohrungen, wie der Bohrung Pröttlin (7008 m), extrem erweitert. Die Hucke'sche Geologie basierte hingegen hauptsächlich auf oberflächennahen Aufschlüssen und weniger tiefen Bohrungen. Die Fortschritte im geologischen Wissen, insbesondere die modernen Vorstellungen zur Erddynamik und die bessere Stratifizierung der Schichtenfolgen, haben unser Verständnis zur Bildung des großen norddeutschen Beckensystems und dessen neotektonischen Beanspruchungen deutlich verbessert. Die Bewahrung alter Beobachtungen und der Rückgriff auf Werke wie Huckes Status-Report sind wichtig, um den Einfluss von Zeit und Menschheit auf die gegenwärtigen geologischen Verhältnisse besser einschätzen zu können, jedoch ist das Schaffen neuer Befunde zwingend erforderlich.
Subjects
Geologie von BrandenburgKurt Hucke
Regionalgeologie
Wissenschaftsgeschichte
Tiefbohrung
Norddeutsches Becken

