Warvierte Sedimente als Zeugen der Entwicklung hypoxischer Bedingungen während der letzten 200 Jahre im Tiefen See (Mecklenburg)

Brauer, Achim ORCIDiD
Sirota, Ido
Tjallingii, Rik ORCIDiD
Pinkerneil, Sylvia
Schroeder, Birgit
Albert, Marlen
Kearney, Rebecca
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11192
Brauer, Achim; Sirota, Ido; Tjallingii, Rik; Pinkerneil, Sylvia; Schroeder, Birgit; Albert, Marlen; Kearney, Rebecca, LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (Ed.),2024: Warvierte Sedimente als Zeugen der Entwicklung hypoxischer Bedingungen während der letzten 200 Jahre im Tiefen See (Mecklenburg). In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; Band 31; 2024, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11192. 

Abstract

[…] Die Studie untersucht die Entwicklung hypoxischer Bedingungen im Tiefen See, einem subglazialen Rinnensee in Mecklenburg, über die letzten 200 Jahre. ​ Hypoxie in mesotrophen Seen wird durch erhöhte Nährstoffeinträge und den Klimawandel verursacht und hat weitreichende Auswirkungen auf ökologische Systeme und Sedimentationsprozesse. ​ Mithilfe hochauflösender mikrofazialer und geochemischer Analysen von Sedimentkernen sowie Monitoringdaten wird die räumliche und saisonale Dynamik der Sauerstoffkonzentrationen erfasst. ​ Die Erhaltung von Warven in Sedimenten dient als Indikator für hypoxische Bedingungen. ​ Die Studie zeigt, dass Warvenbildung nicht ganzjährig sauerstofffreie Bedingungen erfordert, sondern durch spezifische Schwellenwerte der Sauerstoffkonzentration ausgelöst wird. ​ Im Tiefen See begann die Warvenerhaltung im Profundal 1918/1919 und in 16 m Wassertiefe ab 1997. ​ Oberhalb der Thermokline bei ca. ​ 12 m Wassertiefe wurden keine Warven gefunden. ​ Die Ausbreitung der Hypoxie verlief in zwei Phasen, mit einer Beschleunigung in den 1970er Jahren. ​ Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Dynamik und Steuerungsfaktoren hypoxischer Bedingungen sowie über die Interpretation warvierter Sedimente als Indikator für anoxische Verhältnisse. ​