Das Große Moosbruch (Bolschoje Mochowoje Boloto) in der Kaliningradskaja Oblast, Russische Föderation, als Ziel moorkundlicher Untersuchungen
Lehrkamp, Horst
Schulze, Heidemarie
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11514
Abstract
[...] Dieser Fachartikel widmet sich der moorkundlichen Bedeutung des „Großen Moosbruchs“, eines der größten und besterhaltenen Regenmoorkomplexe im ehemaligen Ostpreußen (heute Oblast Kaliningrad). Nach einer langen Forschungsunterbrechung dokumentieren die Autoren die Ergebnisse neuerer Geländeuntersuchungen und stellen diese in den Kontext historischer Daten aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Große Moosbruch zeichnet sich durch eine enorme Torfmächtigkeit und eine weitgehend ungestörte hydrologische Dynamik aus. Der Beitrag beschreibt die stratigraphische Abfolge der Torfschichten und nutzt palynologische Analysen (Pollenanalyse), um die nacheiszeitliche Vegetationsentwicklung und Moorgenese zu rekonstruieren. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Vergleich zwischen historischen Kartierungen von A. Klautzsch und dem heutigen Zustand des Gebietes, das trotz Entwässerungsversuchen in den Randbereichen im Kern ein wertvolles Refugium für seltene Moorpflanzen und -tiere geblieben ist. Die Autoren unterstreichen die internationale Bedeutung des Moorkomplexes für den Klimaschutz als Kohlenstoffspeicher und plädieren für eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz. Der Bericht dient somit sowohl als geowissenschaftliche Bestandsaufnahme als auch als Plädoyer für den Erhalt dieses einzigartigen europäischen Naturerbes. Dieser Beitrag schließt den Jahrgang 2008 der Brandenburgischen Geowissenschaftlichen Beiträge ab. Haben Sie Interesse an einer vergleichenden Übersicht über die in dieser Ausgabe behandelten Moorgebiete?
Subjects
Russische FöderationKaliningrad
Großes Moosbruch
Moorkunde
Palynologie
Torflagerstätte
Landschaftsökologie
Naturschutz

