Zur Petrographie und magnetischen Suszeptibilität rezenter litoraler Ablagerungen auf der Insel Usedom

Pirrung, Michael
Böhm, Marcus
Merten, Dirk
Kunz-Pirrung, Martina

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10944
Pirrung, Michael; Böhm, Marcus; Merten, Dirk; Kunz-Pirrung, Martina, (Ed.),2020: Zur Petrographie und magnetischen Suszeptibilität rezenter litoraler Ablagerungen auf der Insel Usedom. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2020; Band 27; Heft 1/2, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10944. 

Abstract

[...] Die Insel Usedom, als östlichste deutsche Ostseeinsel, ist durch Küstenrückgang (Abrasion) und Küstenausgleich (Akkumulation) gekennzeichnet. Der Beitrag fokussiert auf die litoralen Sedimente des deutschen Teils der Insel und untersucht deren Petrographie und magnetische Suszeptibilität (MS), um ihre Herkunft (Provenienz) und die Transportwege im Küstenbereich zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zusammensetzung der Sedimente stark durch die Geschiebemergel der Pommerschen Eisrandlage als primäre Quelle geprägt ist. Der Streckelsberg bei Zinnowitz, ein Kliff, welches aus pleistozänen Ablagerungen aufgebaut ist, spielt hierbei eine zentrale Rolle als lokaler Lieferant von Sedimenten. Die Schwermineralanalysen identifizieren eine komplexe Schwermineralparagenese mit Hornblende, Granat, Epidot und Augit, die auf die unterschiedlichen Gesteinsformationen im Hinterland der Pommerschen Bucht zurückzuführen ist. Die magnetische Suszeptibilität dient als einfaches Proxy-Verfahren zur schnellen Charakterisierung der Sedimente und zeigt eine gute Korrelation mit dem Gehalt an magnetischen Schwermineralen wie Magnetit und Ilmenit. Die Untersuchungen tragen zu einem besseren Verständnis der sedimentdynamischen Prozesse im Küstenraum der südlichen Ostsee bei.