Die „Flözanomalie Welzow“ – Nachweis einer kleinräumigen Störungsstruktur im 2. Miozänen Flözkomplex im Tagebau Welzow-Süd
Ronick, Roman
Zomack, Gerald
Seibel, Barbara
Stanek, Klaus
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10923
Abstract
[...] Im Jahr 2013 wurde im Tagebau Welzow-Süd eine markante, NNE-SSW-streichende Überschiebungsstruktur innerhalb des 2. Miozänen Flözkomplexes (MFK) aufgeschlossen. Diese als Flözanomalie Welzow bezeichnete Struktur erstreckt sich über eine Länge von circa 1200 m bei einer Breite von weniger als 200 m. Die detaillierte Untersuchung zeigt komplexe Lagerungsverhältnisse mit Überschiebungen von Flözbänken, Dislokationen des Zwischenmittels sowie Liegendschluffeinspießungen. Auffällig ist, dass die dem Flözkomplex auflagernden Sedimente des Hangendschluffes keine Anzeichen dieser Störung aufweisen, was auf ein lokales, zeitlich begrenztes Ereignis hindeutet. Im Rahmen der Arbeit wurde ein Genesemodell entwickelt, das die Entstehung der Struktur auf glaziolimnische oder glaziologische Prozesse zurückführt, wobei insbesondere die Rolle von Porenwasserdruckunterschieden und die Belastung durch vorrückendes Inlandeis diskutiert werden. Die Ergebnisse sind von Bedeutung für die geologische Modellierung und die Abbauplanung im Lausitzer Braunkohlerevier.

