Demonstration einer Standsicherheitsuntersuchung am Oderdeich, Abschnitt "Hohenwutzen", km 70,4-70,5

Ehle, Norbert
Eichhorn, Siegrid

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10683
Ehle, Norbert; Eichhorn, Siegrid, (Ed.),1998: Demonstration einer Standsicherheitsuntersuchung am Oderdeich, Abschnitt "Hohenwutzen", km 70,4-70,5. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 1998; Band 5; Heft 1, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10683. 

Abstract

[…] FUGRO CONSULT GmbH hat gemeinsam mit der Gesellschaft für bohrlochgeophysikalische und geoökologische Messungen (BLM Storkow) am Oderabschnitt Hohenwutzen im Rahmen einer technischen Demonstration die Einsatzmöglichkeiten der Drucksondiertechnologie für die Bewertung der Deichstand­sicherheit vorgestellt. In einem Deichquerprofil wurden vier Drucksondierungen bis 15 m unter Gelände durchgeführt und dabei kontinuierlich Spitzendruck, lokale Mantelreibung und Porenwasserdruck gemessen. An zwei Ansatzpunkten wurden anschließend mit der Drucksonde Meßrohre bis ebenfalls 15 m in den Untergrund gepreßt, in denen bohrlochgeophysikalische Messungen durchgeführt wurden. Im Bereich der Deichkrone wurden ergänzend herkömmliche Untersuchungen mit leichtem Gerät durchgeführt (Rammkernsondierung mit Probenahme und bodenmechanischer Laboranalyse, leichte Rammsondierung), da der Deichkörper mit schwerem Gerät noch nicht befahrbar war. Aus den Meßwerten der Drucksondierungen lassen sich der lithologische Schichtenaufbau (geologisches Modell, Bodenarten), Lagerungsdichte und Konsistenz (Zustandsformen) nach DIN 4094, sowie Wichte, Reibungswinkel und Kohäsion (Rechenwerte) nach DIN 1055 ableiten. Die geophysikalischen Bohrlochmeßkurven ermöglichen eine lückenlose quantitative Bewertung der Rohdichte und des wassererfüllten Porenraumes. Eine Standsicherheitsberechnung nach dem Lamellenverfahren (Bishop) für den Zustand Extremhochwasser ergibt eine Böschungssicherheit von S = 0,76 und erklärt den Böschungsbruch. Als Ursache für den instabilen Zustand sind mehrere Meter mächtige Schlickablagerungen eines alten Oderarmes, die bis unter die landseitige Deichböschungs­reich, sowie eine wasserleitende Schicht unter der Deichbasis anzusehen.