Zur Gliederung des Saale-Komplexes im Niederlausitzer Braunkohlerevier

Cepek, Alexander G.
Hellwig, Dietrich
Nowel, Werner
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-9913
Is part of: 10.23689/fidgeo-9907
Cepek, Alexander G.; Hellwig, Dietrich; Nowel, Werner, LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (Ed.),1994: Zur Gliederung des Saale-Komplexes im Niederlausitzer Braunkohlerevier. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; Band 1; 1994, Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-9913. 

Abstract

[...] Im ca. 3000 km2 umfassenden und durch zahlreiche Tagebaue und geologisch bearbeitete Bohrungen gut erforschten brandenburgischen Teil des Niederlausitzer Braunkohlenreviers werden an drei Verbreitungskarten stratigraphischer Leithorizonte, elf geologischen Schnitten und drei Säulenprofilen auf der Grundlage zahlreicher quantitativer Pollen-, Geschiebe- und Geröllanalysen folgende Fakten nachgewiesen:

1. Der Saale-Lomplex ist zum Älteren durch pollenanalytisch belegtes Holstein-Interglazial bzw. durch weitflächige Flußablagerungen des "Holstein sensu lato" (=Elster II-Spät- bis Saale I-Frühglazial) sowie zum Jüngeren durch zahlreiche pollenanalystisch untersuchte Eem-Vorkommen eindeutig abgegrenzt.

2. Im gesamten Untersuchungsgebiet sind nicht zwei ("Drehnthe", "Warthe"), sondern drei glaziale Folgen (S I = Saale s.str. S II = Fläming, SIII = Lausitz ) litho- und klimastratigraphisch unterscheidbar. Die geschiebeanalytisch definierten Grundmoränenleithorizonte gSI, gSII und gSIII sind weit nach Norden und Westen in früher untersuchte Gebiete korrelierbar.

3. Zwischen den Glazialfolgen Saale II und III (Fläming und Lausitz) lagert weitflächig das Tranitzer Fluviati, das eine durch Verwitterungsauslese und eine boreale Vegetation gekennzeichnete Warmzeit einschließt (altersgleich: Rügen-Interglazial). Dieser intrasaaleglaziale Horizont ist nicht mit dem unter einer bis ca. 90 m mächtigen Sedimentdecke folgenden Fluviatil des "Holstein sensu lato" zu konnektieren.

4. Es werden Hinweise zur Nutzung der feinstratigraphischen Ergebnisse zur Klärung problematischer Lagerungsverhältnisse pleistozäner Schichten für die geologische Praxis gegeben.