Junge Böden der Niederlausitz
Raab, Thomas
Bauriegel, Albrecht
Nicolay, Alexander
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11277
Abstract
[...] Die Entstehung von Böden ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Klima, Relief und Zeit, wobei mitteleuropäische Böden als nacheiszeitliche Bildungen im globalen Vergleich generell als jung einzustufen sind. Die Niederlausitz im Südosten Brandenburgs bietet eine besondere Vielfalt an Standorten mit extrem jungen Böden, die maßgeblich durch den Braunkohlenbergbau und historische Landnutzung geprägt wurden. Der Beitrag untersucht zwei Hauptvorkommen: junge Böden im Tagebauvorfeld auf natürlichen Substraten (z. B. durch Flugsand überdeckte ehemalige Ackerböden) und junge Böden auf anthropogenen Substraten in der Bergbaufolgelandschaft. Anhand von Beispielen wie dem Tagebau Jänschwalde wird gezeigt, wie Bodenprofile als Archive der Landschaftsgeschichte dienen und etwa mittelalterliche Ackernutzung sowie nachfolgende äolische Prozesse dokumentieren. In den Bergbaufolgelandschaften hingegen finden sich die jüngsten Böden der Region, deren Entwicklung oft erst wenige Jahre oder Jahrzehnte zurückreicht und durch Rekultivierungsmaßnahmen gezielt gefördert wird. Die Untersuchung dieser Initialstadien erlaubt wichtige Rückschlüsse auf die grundlegenden Prozesse der Bodenbildung und die Wirkung des Menschen auf den Naturhaushalt.
Subjects
Junge BödenNiederlausitz
Bodenbildung
Bergbaufolgelandschaft
Flugsand
Tagebauvorfeld
Initialstadien
Substrat

