Pflanzenreste aus spätsaale- und eemzeitlichen Sedimentschichten des Braunkohlentagebaus Jänschwalde (Niederlausitz, Brandenburg) – Aussagen zu Klimabedingungen und Paläoumwelt

Kossler, Annette

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11273
Kossler, Annette, (Ed.),2016: Pflanzenreste aus spätsaale- und eemzeitlichen Sedimentschichten des Braunkohlentagebaus Jänschwalde (Niederlausitz, Brandenburg) – Aussagen zu Klimabedingungen und Paläoumwelt. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2016; Band 23; Sonderheft, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11273. 

Abstract

[...] Die Untersuchung von Pflanzenmakroresten aus der Beckenstruktur des Tagebaus Jänschwalde liefert detaillierte Einblicke in die Vegetations- und Klimaentwicklung am Übergang von der Saale-Kaltzeit zur Eem-Warmzeit. In den spätsaalezeitlichen Schichten dominieren Reste einer Kaltsteppen- und Tundrenvegetation, die auf subarktische Bedingungen hindeuten. Mit Beginn des Eem-Interglazials dokumentiert die Abfolge der Pflanzenfunde eine zunehmende Erwärmung und die Einwanderung anspruchsvollerer Gehölze. Anhand von Samen, Früchten und anderen Geweberesten konnten verschiedene lokale Pflanzengesellschaften rekonstruiert werden, darunter Wasser- und Verlandungsgemeinschaften sowie angrenzende Waldgesellschaften. Die Ergebnisse ergänzen die pollenanalytischen Befunde der Region und ermöglichen eine präzise Rekonstruktion der Paläoumwelt, in der auch frühe Menschenformen wie der Neandertaler agierten. Besonders wertvoll ist die Korrelation der botanischen Daten mit den geochemischen und sedimentologischen Archivdaten des Standorts.