Synopsis jungquartärer Landschaftsgeschichte im Gebiet des Rheinsberger Rhin
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11467
Abstract
[...] Der Rheinsberger Rhin durchbricht bei Zechow einen markanten Endmoränenzug der sogenannten Frankfurter Eisrandlage. Oberflächennah lagern in dieser Endmoräne Geschiebemergel mit saaleglazialem Kleingeschiebespektrum. Dieser Befund wird als Hinweis auf eine saaleglaziale Vorprägung der so genannten Frankfurter Eisrandlage am Rande des Rheinsberger Beckens gewertet. Hangendfolgen dieses Geschiebemergels stehen nach lithostratigraphischen Befunden und 14C-Datierung im Zusammenhang mit einem Vorstoß der Gletscher des Pommerschen Stadiums bis in das Rheinsberger Becken. Vom Verlassen des Rheinsberger Beckens bis zur Mündung in die Ruppiner Rinne bei Zippelsförde begleiten den Rhin vier Paläoniveaus. Die periglazialen Deckschichten des 2. bis 4. Paläoniveaus zeigen vergleichbare lithostratigraphische Abfolgen, was auf ein zeitlich ähnliches Entstehungsalter schließen lässt. Unterschiede der Intensität periglazialer Prozessfolgen im frühen Weichselspätglazial zeigen sich an den Talrändern der Paläoniveaus. Hier sind verschiedene Generationen von periglazialen Trockentälern entwickelt. Der sukzessive Austau des Toteises in der Ruppiner Rinne steuerte im Wesentlichen die Entstehung des 2. bis 4. Paläoniveaus. Die Ruppiner Rinne war dabei Sedimentationsraum für die bei der Einschneidung der Paläoniveaus des Rhins ausgeräumten Sedimente. Die fluviatile Entwicklung des Rhinlaufs ist seit der Ältesten Dryas auf das 1. Paläoniveau und den Auenbereich des Rhins beschränkt.
Subjects
BrandenburgRheinsberger Rhin
Quartär
Geomorphologie
Paläoniveaus
Schwemmfächer
Landschaftsgeschichte

