Die Forschungsbohrungen Concordia-See und Königsaue (ehemaliger Ascherslebener See, Sachsen-Anhalt): Neue Multiproxy-Analysen zur detaillierten Gliederung der Weichsel-Kaltzeit
Fischer, Peter
Frenzel, Peter
Jöris, Olaf
Lauer, Tobias
Rappsilber, Ivo
Rother, Henrik
Vött, Andreas
Wansa, Stefan
Zeeden, Christian
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11197
Abstract
[…] Der Abstract lautet ohne Umbrüche:
Die Forschungsbohrungen Concordia-See und Königsaue im ehemaligen Ascherslebener See (Sachsen-Anhalt) sind international bekannt, da ihr Quartärprofil (Saale- und Weichsel-zeitliche Sedimente) bereits wertvolle Ergebnisse zur Paläoklima- und Paläoumweltforschung geliefert hat. Seit 2021 werden neue Forschungsbohrungen in beiden Gebieten durchgeführt, mit dem Ziel, eine detailliertere Gliederung der Weichsel-Kaltzeit mithilfe neuer, hochauflösender Multiproxy-Analysen (Sedimentologie, Palynologie, Geochemie, OSL, 14C) zu erzielen. Das Bohrprofil Concordia-See erfasste die vollständige holozäne und weichsel-spätglaziale Sedimentabfolge. Das Sedimentprofil Königsaue durchteuft mit 11,5 m Teufe fast die gesamte Weichsel-Kaltzeit. Die neue Palynologie des Eem-zeitlichen Eichen-Hainbuchen-Mischwald-Horizontes von Königsaue liefert neue Details zum warmzeitlichen Klima. OSL-Datierungen der Seesande am Übergang vom Mittel- zum Spätpleistozän in Königsaue liegen im erwarteten Altersbereich. Die neuen Ergebnisse tragen zur Verfeinerung des stratigraphischen Modells der Weichsel-Kaltzeit in Mitteleuropa bei.

