Die Wirbeltierfunde von Jänschwalde bei Cottbus – Faunenwandel am Übergang von der Saale-Kaltzeit zur Eem-Warmzeit

Raufuss, Ingo
Böhme, Gottfried
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11274
Raufuss, Ingo; Böhme, Gottfried, LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (Ed.),2016: Die Wirbeltierfunde von Jänschwalde bei Cottbus – Faunenwandel am Übergang von der Saale-Kaltzeit zur Eem-Warmzeit. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2016, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11274. 

Abstract

[...] Im Rahmen der archäologisch-paläontologischen Begleitung des Tagebaus Jänschwalde wurde zwischen 2010 und 2015 eine außergewöhnlich reiche Wirbeltierfauna geborgen. Der Beitrag dokumentiert den signifikanten Faunenwandel, der sich am Übergang vom Saale-Spätglazial zur Eem-Warmzeit vollzog. Die Funde umfassen ein breites Spektrum von Fischen, Amphibien, Reptilien (insbesondere die Europäische Sumpfschildkröte) sowie Kleinsäugern und Großsäugern wie Pferd, Biber und Elch. Während die spätsaalezeitlichen Schichten durch eine Steppen- und Tundrenfauna geprägt sind, die an subarktische Bedingungen angepasst war, markiert das Einsetzen der eemzeitlichen Sedimentation die Ausbreitung einer wärmeliebenden Waldfauna. Besonders hervorzuheben ist der Nachweis des Wildpferdes im Spätglazial, das in direktem Zusammenhang mit mittelpaläolithischen Steinwerkzeugen steht. Die detaillierte Auswertung der Wirbeltierreste ermöglicht eine präzise Rekonstruktion der lokalen Paläoumwelt und liefert wichtige biostratigraphische Daten für das Quartär in der Niederlausitz.