Hydrogeologie und Grundwasserhaushalt ausgewählter anthropogen wenig beeinflusster Grundwassereinzugsgebiete in Berlin

Gossel, Wolfgang ORCIDiD

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10764
Gossel, Wolfgang, 1999: Hydrogeologie und Grundwasserhaushalt ausgewählter anthropogen wenig beeinflusster Grundwassereinzugsgebiete in Berlin. Berliner geowissenschaftliche Abhandlungen. Reihe A, Geologie und Paläontologie; Band 199, Selbstverlag Fachbereich Geowissenschaften, FU Berlin, 170 S., DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10764. 

Abstract

Der größte Teil des Grundwassers im Ballungsraum Berlin wird derzeit wasserwirtschaftlich genutzt. Neben den massiven Eingriffen in das dynamische Verhalten des Grundwassers durch die Trinkwasserversorgung, die in Berlin vollständig aus dem Grundwasser gedeckt wird, stellen Wasserhaltungen für Baumaßnahmen, Flächenversiegelung, Melioration, Drainagen, undichte Rohrleitungen usw. zusätzliche Belastungen für den Grundwasserhaushalt dar und machen die Konkurrenzsituation zwischen Stadtentwicklung und Ressourcenmanagement deutlich. Nur in wenigen Gebieten im Land Berlin sind die anthropogenen Einflüsse so gering, daß sie als Referenzobjekte für vergleichende Untersuchungen dienen können. Der Schmöckwitzer Werder stellt mit seiner Insellage im Südosten der Stadt und mit seiner weitgehend forstwirtschaftlichen Nutzung ein solches Gebiet dar. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde auf dem etwa 6.5 km2 großen Schmöckwitzer Werder ein Meßnetz mit insgesamt 54 Grundwassermeßstellen an 33 Lokalitäten beobachtet, von denen 20 Meßstellen neu errichtet wurden. Im Zeitraum von Februar 1993 bis Februar wurden wöchentlich an 35 älteren Grundwassermeßstellen an 11 Lokalitäten, von Februar 1994 bis Mai 1996 an allen Meßstellen wöchentlich - in einigen Perioden sogar täglich - Grundwasserstände gemessen.


Most of the groundwater in the Berlin metropolis is influenced by the water management. Along with the massive impacts to the dynamic behaviour of groundwater due to water supply, which is completely obtained from groundwater discharge additional stress on the water balance results from the discharge for excavations, surface sealing, drainage, leaky sewers etc. These factors underline the competition between urban planning and the management of the ressource groundwater. In only a few areas in the Berlin region are human impacts on the groundwater so small, that they can be used as a reference for comparative investigations. The island Schmöckwitzer Werder in the southeast of the city is such an area with mainly forestry landuse. For this research a network of 54 piezometers at 33 distinct observation points covering an area of 6.5 km2 were observed, 20 of them were set up new. From February 1993 until February 1994 the water levels at 35 older piezometers were measured weekly. From February 1994 until May 1996 all piezometers were observed weekly, during several periods even daily.