Bodenkundliche Untersuchungen von sekundären Muddeböden in Brandenburg
Zeitz, Jutta
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11513
Abstract
[...] Dieser Fachartikel widmet sich der systematischen Untersuchung und Klassifizierung von Muddeböden in Brandenburg, die durch Entwässerung oder natürliche Verlandungsprozesse aus ihrem ursprünglichen subhydrischen Zustand in den Bereich der atmosphärischen Verwitterung gelangt sind (sekundäre Pedogenese). Die Autorinnen erläutern die Definition von Mudde als limnisches Sediment mit signifikantem organischen Anteil und diskutieren die terminologischen Unterschiede in nationalen Klassifikationssystemen (wie der Bodenkundlichen Kartieranleitung KA5). Anhand verschiedener Fallstudien in Brandenburg, darunter das Rhinluch, das Zehlendorfer Moor und der Mildenitzer Seebruch, werden die physikalischen und chemischen Veränderungen der Mudden unter anthropogenem Einfluss analysiert. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gefügebildung, dem Schrumpfungsverhalten und der Sackung der Substrate infolge der Entwässerung. Die Ergebnisse zeigen, dass sekundäre Muddeböden spezifische ökologische Standorteigenschaften besitzen, die sich deutlich von reinen Moorböden unterscheiden. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die landwirtschaftliche Nutzung sowie für Strategien zur Moorrenaturierung und zum Klimaschutz in Nordostdeutschland. Der Beitrag liefert damit eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Bodenkartierung und das Management von Niedermoorlandschaften. Haben Sie Fragen zu einem der untersuchten Standorte oder benötigen Sie Informationen zu den verwendeten bodenkundlichen Methoden?
Subjects
BrandenburgBodenkunde
Mudde
Gyttja
Pedogenese
Moorrenaturierung
Substratgenese
Landschaftsökologie

