Geolelektrische Messungen in glazigen beanspruchten Gebieten am Beispiel des Muskauer Faltenbogens

Donke, Sebastian

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11195
Donke, Sebastian, (Ed.),2024: Geolelektrische Messungen in glazigen beanspruchten Gebieten am Beispiel des Muskauer Faltenbogens. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2024; Band 31, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11195. 

Abstract

[…] Der Muskauer Faltenbogen zeichnet sich im digitalen Geländemodell durch eng beieinanderliegende und häufig weit verfolgbare morphologische Einsenkungen aus. Diese Einsenkungen sind die Folge einer chemischen und physikalischen Verwitterung von Braunkohle, welche unmittelbar unterhalb der Erdoberfläche ausstreicht. Diese als Gieser bezeichneten Strukturen sind das unmittelbare, an der Erdoberfläche sichtbare Ergebnis von glazigenen Deformationen tertiärer Schichten durch im Bereich von Eisrandlagen oszillierenden Eises während der Elster- und der Saale-Vereisung. Um einen Einblick in die internen Strukturen der glazigenen Deformationen zu bekommen und um deren Entstehung besser beschreiben zu können, sind verschiedene Methoden möglich. Mit Hilfe der gleichstromgeoelektrischen Sondierung können geologische Strukturen in deren Erstreckung erfasst werden. Des Weiteren kann über die Darstellung der gemessenen geoelektrischen Widerstände des Untergrundes ein geologisches Profil erstellt werden. Der scheinbare geoelektrische Widerstand wird durch die mineralogische und chemische Zusammensetzung sowie durch den bei der Messung vorhandenen Gundwasserstand bestimmt. Die somit erfasste horizontale Widerstandsverteilung in unterschiedlichen Niveaus ergeben eine zweidimensionale Verteilung (teufenabhängige Änderung) des scheinbaren spezifischen Widerstandes, die als "Pseudosektion" bezeichnet wird. Aus ihrer Interpretation kann der geologische und strukturgeologische Bau abgeleitet werden.