Speisung bedeckter Grundwasserleiter im norddeutschen Lockergestein – Eine Auswertung für Mecklenburg-Vorpommern

Hennig, Heiko
Hilgert, Toralf

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10927
Hennig, Heiko; Hilgert, Toralf, (Ed.),2018: Speisung bedeckter Grundwasserleiter im norddeutschen Lockergestein – Eine Auswertung für Mecklenburg-Vorpommern. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2018; Band 25; Heft 1/2, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10927. 

Abstract

[...] Die Grundwasserneubildung im norddeutschen Lockergesteinsbereich erfolgt primär durch die Versickerung von Niederschlagswasser. Während bei ungespannten Verhältnissen die Neubildung weitgehend der Speisung des oberen Grundwasserleiters entspricht, stellt sich bei bedeckten (gespannten) Grundwasserleitern die Frage, welcher Anteil des Sickerwassers tatsächlich in die tieferen Stockwerke gelangt. Der Beitrag präsentiert eine landesweite Auswertung für Mecklenburg-Vorpommern, bei der die Grundwasserneubildung als Differenz aus Niederschlag, realer Verdunstung und dränungsbedingtem Direktabfluss berechnet wurde. Durch die Verschneidung von Grundwassergleichenplänen verschiedener Stockwerke und die Analyse der hydraulischen Potenziale wurde die vertikale Sickerrate (Leckage) durch die gering durchlässigen Deckschichten (meist Geschiebemergel) quantifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Speisung der tieferen Leiter signifikant von der Mächtigkeit und Durchlässigkeit der Decksichten sowie von den anthropogenen Eingriffen in den Wasserhaushalt abhängt. Diese Regionalisierung der Speisungsraten liefert eine wichtige Datengrundlage für die hydrogeologische Modellierung und die nachhaltige Bewirtschaftung der tieferen Grundwasserressourcen.