Verifizierung der Gefährdungsbeurteilung einer illegalen, unter Wasser liegenden Abfallablagerung im Tontagebau Marienthal-Trottheide

Fritze, Sebastain
Donke, Sebastian
Meyer, Lucas
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10826
Fritze, Sebastain; Donke, Sebastian; Meyer, Lucas, LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (Ed.),2025: Verifizierung der Gefährdungsbeurteilung einer illegalen, unter Wasser liegenden Abfallablagerung im Tontagebau Marienthal-Trottheide. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; Band 32; 2025, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10826. 

Abstract

[...] Die Untersuchung bewertet eine unter Wasser liegende illegale Abfallablagerung im ehemaligen Tontagebau Marienthal-Trottheide (Brandenburg). Nachdem 2006 nicht genehmigte Abfälle im Restloch identifiziert wurden, mussten Wasserhaltung und Beräumung angeordnet werden, wobei aufgrund steigender Wasserstände rund 17–28 m³ Material im See verblieben. Frühere normgerechte Analysen ergaben nur geringe Gefährdungen für Grund- und Oberflächenwasser, jedoch negative Effekte auf trophische und saprobielle Kennwerte des Sees. Zur Klärung weiter bestehender Bedenken der Bürgerinitiative erfolgte eine vertiefte Untersuchung durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Mittels kombinierter organisch-chemischer Screeninganalytik (LC-HRMS, GC-HRMS) und effektbasierter Bioassays (u. a. Algen, Daphnien, Zebrafisch-Embryonen, zellbasierte toxikologische Tests) konnte bestätigt werden, dass der Austrag problematischer Substanzen unter den aktuellen hydrogeologischen Bedingungen sehr gering ist und keine akute Gefährdung besteht. Die bisherigen Überwachungsmaßnahmen gelten als ausreichend und wurden lediglich im Parameterraster ergänzt. Die Ergebnisse zeigen, dass normative Standardmethoden in vielen Fällen hinreichend belastbare Aussagen liefern. Eine Totalberäumung wird aufgrund erheblicher Eingriffe und potenzieller Mobilisierung von Schadstoffen nicht empfohlen. Kontinuierliches Monitoring bleibt jedoch notwendig, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.