Geothermie Forschungsbohrung in Groß Schönebeck – von der Planung bis zur Stimulation
Moeck, Inga
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11499
Abstract
[...] Dieser Fachartikel dokumentiert die Entwicklung und den Betrieb des geothermischen In-situ-Tiefenlabors in Groß Schönebeck (Nordbrandenburg). Ziel des Projektes ist es, die tief liegenden, heißen Aquifere des Rotliegend (Unteres Perm) für die Stromerzeugung und Wärmeversorgung nutzbar zu machen. Da die natürlichen Fließraten in diesen 4000 bis 4300 Meter tiefen Sandstein- und Vulkanitschichten für einen wirtschaftlichen Betrieb oft nicht ausreichen, stehen Verfahren zur Produktivitätssteigerung im Mittelpunkt. Die Autoren beschreiben detailliert die Bohrstrategie für das Dubletten-System, bestehend aus einer Förder- und einer Reinjektionsbohrung. Ein Schwerpunkt liegt auf den durchgeführten Stimulationsmaßnahmen (Hydraulic Fracturing), bei denen durch massiven Wasserdruck künstliche Risse im Gestein erzeugt oder bestehende Klüfte geweitet werden, um die Durchlässigkeit (Permeabilität) des Reservoirs dauerhaft zu erhöhen. Zudem werden technische Innovationen wie der Einsatz eines speziellen Hitzeschildes zum Schutz der Bohrlochinstrumente bei Temperaturen von etwa 150∘C erläutert. Der Beitrag zeigt auf, dass durch die Kombination von präziser 3D-Reservoirmodellierung und maßgeschneiderten Stimulationen auch Gesteinsformationen mit geringer Durchlässigkeit für die geothermische Energiegewinnung erschlossen werden können. Damit liefert die Forschungsbohrung Groß Schönebeck wegweisende Erkenntnisse für die zukünftige Nutzung der Tiefengeothermie im norddeutschen Becken.
Subjects
BrandenburgGroß Schönebeck
Geothermie
Rotliegend
Stimulationsverfahren
Hydraulic Fracturing
Hitzeschild
Geothermische Energie

