Frostbeeinflusste Sedimentation und Deformation am Beispiel eines Tondiapirs im Vorfeld des Tagebaus Nochten (Freistaat Sachsen)
Kupetz, Manfred
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11452
Abstract
[...] Im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Nochten wurde eine als Eichbergrücken bekannte Kieshügel-Struktur (Kame) überbaggert, wobei sich unter dem Kame ein komplexer Tondiapir offenbarte. Die Untersuchung dokumentiert die genetische Verknüpfung zwischen der Diapirbildung und der synchronen Sedimentation in peripheren Randsenken. Es wird belegt, dass die Deformationen und Sedimentationsprozesse unter periglazialen Bedingungen stattfanden, wobei Frosteinwirkungen eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung der tertiären Tone spielten. Die lithostratigraphische Analyse der Randsenkensedimente, die von groben Kiesen bis zu feinen Sanden reichen, erlaubt eine Rekonstruktion der mehrphasigen Entwicklungsgeschichte der Eichbergstruktur. Dabei zeigt sich, dass die Diapirbildung durch die Last der auflagernden Sedimente und kryogene Prozesse gesteuert wurde, was zu charakteristischen Diskordanzen und Deformationsstrukturen im Kontaktbereich zwischen Ton und pleistozänen Lockersedimenten führte.

