Die Mosbacher Sande im Rheingauer Feld (Wiesbaden) unter besonderer Betrachtung der unterpleistozänen Dolinenfüllungen
Scheidt, Stephanie
Stojakowits, Philipp
Hennhöfer, Dominik
Pieper, Manuel
Zell, Patrick
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11542
Abstract
Auf dem Rheingauer Feld im südöstlichen Stadtgebiet von Wiesbaden steht oberhalb der miozänzeitlichen WiesbadenFormation eine mächtige, im Wesentlichen fluviatile Abfolge pleistozäner Sande und Kiese an, die sowohl mainische als auch rheinische Provenienzen aufweist. Diese Abfolge wurde – nicht zuletzt aufgrund der reichen Fossilfunde – in den vergangenen fast 200 Jahren sehr detailliert untersucht. Neue Aufschlüsse im Bereich von Dolinenfüllungen im basalen Abschnitt der pleistozänen Abfolge ermöglichten eine Beprobung für palynologische Untersuchungen. Aufgrund der geringen Pollenführung waren jedoch nur relative biostratigraphische Einstufungen möglich. Eine Neubewertung älterer paläomagnetischer Untersuchungen zeigt, dass die damaligen Messungen aus heutiger methodischer Sicht nicht mehr als plausibel gelten können. Beispielsweise könnte der zuvor dem Jaramillo-Subchron zugewiesene Abschnitt auch das Ergebnis einer sekundären magnetischen Überprägung darstellen. Da mit Ausnahme von Lumineszenzdatierungen in den Deckschichten der fluviatilen Abfolge absolute Altersbestimmungen fehlen, kommt der Aminostratigraphie (nelson et al. 2025) eine zentrale Bedeutung zu. Demnach ist das Graue Mosbach mit dem Cromer III/IV zu korrelieren. Das Graue Mosbach (Haupt-Mosbach-Subformation) stellt einen wichtigen Leithorizont im fluviatilen Rheinsystem dar. Es lässt sich mit Teilen der Viernheim-Formation, möglicherweise auch mit der Ludwigshafen-Formation im nördlichen Oberrheingraben, den jüngeren Weisenauer Sanden in Mainz, den Werlauer Sanden am oberen Mittelrhein sowie den Hönninger Sanden am unteren Mittelrhein korrelieren.
On the Rheingauer Feld in the south-eastern urban area of Wiesbaden, a thick, mostly fluviatile sequence of Pleistocene sands and gravels of Mainian and Rhenish provenance lies above the Miocene-age Wiesbaden Formation. This sequence has also been studied in great detail over the last 200 years due to the rich fossil finds. New outcrops in the area of the doline fillings in the basal section of the Pleistocene sequence now allowed sampling for palynological investigations. However, only relative biostratigraphic classifications are possible due to the low pollen content. A re-evaluation of older palaeomagnetic investigations revealed that the measurements are no longer methodologically plausible today and that, for example, the area classified as the Jaramillo Subchron may also represent the effect of secondary overprinting. Since, with the exception of luminescence dating in the top layers of the fluviatile sequence, absolute age determinations are lacking, aminostratigraphy (NELSON et al. 2025) plays an important role; according to which the Grey Mosbach can be correlated with the Cromer III/IV.
