Gliederung des Periglazials im Bereich der Tertiärscholle von Schiffmühle (Neuenhagener Oderinsel) mit Hilfe mineralogischer Untersuchungen

Makowski, Kai-Uwe
Bussemer, Sixten
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11512
Makowski, Kai-Uwe; Bussemer, Sixten, LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (Ed.),2008: Gliederung des Periglazials im Bereich der Tertiärscholle von Schiffmühle (Neuenhagener Oderinsel) mit Hilfe mineralogischer Untersuchungen. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; Band 15; 2008, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11512. 

Abstract

[...] Dieser Fachartikel untersucht die komplexen pleistozänen Ablagerungssequenzen im Bereich der Neuenhagener Oderinsel, einem klassischen Endmoränenstandort der Pommerschen Haupteisrandlage. Im Fokus steht der Großaufschluss Schiffmühle, wo durch Glazitektonik miozäne Quarzsande bis an die Oberfläche gedrückt wurden. Die Autoren analysieren die überlagernden periglazialen Deckschichten, um eine präzise Gliederung der Sedimentations- und Verwitterungsprozesse vorzunehmen. Ein zentrales methodisches Element ist die mineralogische Untersuchung, insbesondere die Schwermineral- und Tonmineralanalyse. Durch den Vergleich der Mineralspektren können die Autoren zwischen primären glazialen Sedimenten und durch Frost- und Fluvialprozesse umgelagerten periglazialen Bildungen unterscheiden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem „kryogenen Frostkoeffizienten“, der Rückschlüsse auf die Intensität der physikalischen Verwitterung unter eiszeitlichen Bedingungen erlaubt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schichtenfolge in Schiffmühle eine detaillierte Rekonstruktion der spätpleistozänen Landschaftsdynamik ermöglicht, wobei die glazitektonische Struktur des Untergrundes die periglaziären Prozesse maßgeblich beeinflusst hat. Der Beitrag liefert damit wichtige Daten zur regionalen Geologie Ostbrandenburgs und zur methodischen Verknüpfung von Mineralogie und Quartärstratigraphie.