Auswertung von Temperaturmessungen des Berliner Untergrundes über einen Zeitraum von 150 Jahren
Henning, Andreas
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10935
Abstract
[...] Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, ausgelöst durch verheerende Cholera-Epidemien in Berlin, bestand der Verdacht, dass das Grundwasser Krankheitsüberträger sein könnte. Aus diesem Grund wurden im Jahr 1869 nicht nur Grundwasserstände, sondern auch Grundwassertemperaturen an 30 neu errichteten Messstellen erfasst. Der vorliegende Beitrag analysiert diese historischen und aktuellen Temperaturdaten über einen Zeitraum von 150 Jahren, von 1869 bis heute, um die thermischen Veränderungen im Berliner Untergrund zu untersuchen. Die Auswertung der Langzeitmessungen zeigt eine signifikante Zunahme der Grundwassertemperatur in den letzten Jahrzehnten, ein Phänomen, das als urbane Wärmeinsel im Untergrund interpretiert wird. Diese Erwärmung ist primär auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen, wie zum Beispiel die dichte Bebauung, die Versiegelung von Oberflächen, die Abwärme von U-Bahnen und anderen Infrastrukturen sowie die Abstrahlung aus tiefen Kellern. Die Analyse quantifiziert die räumliche und zeitliche Ausdehnung dieser Erwärmung und liefert damit wichtige Grundlagen für das Thermische Grundwassermanagement und die Nutzung der oberflächennahen Geothermie.
Subjects
GrundwassertemperaturUrbane Wärmeinsel
Berlin
Hydrogeologie
Langzeitmessungen
Geothermie
Klimawandel

