Schmelzwasserrinne und Hochfluttal – die Pritzerber Laake
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11412
Abstract
[...] Der Artikel untersucht die Genese und die ökologische Bedeutung der „Pritzerber Laake“, eines markanten Niederungsgebiets im westlichen Havelland. Geologisch betrachtet handelt es sich um eine spätpleistozäne Schmelzwasserrinne, die während des Weichsel-Glazials geformt und später als Hochfluttal der Havel nachgenutzt wurde. Der Autor beschreibt die komplexen Wechselwirkungen zwischen den geomorphologischen Strukturen, den pleistozänen Talsanden und der nacheiszeitlichen Moorentwicklung. Ein besonderer Fokus liegt auf der hydrologischen Dynamik, da jahreszeitliche Grundwasserschwankungen und periodische Überflutungen eine spezifische Flora und Fauna begünstigen, die zur Ausweisung als Naturschutzgebiet im Jahr 1986 führten. Wiegank dokumentiert zudem seinen erfolgreichen Einsatz gegen die geplante Nutzung des Gebiets als Deponiestandort für Industrieasche in den 1980er Jahren. Der Beitrag unterstreicht die Notwendigkeit, geowissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den praktischen Naturschutz und die Regionalplanung einzubringen, um wertvolle Ökosysteme und geologische Naturdenkmale dauerhaft zu sichern.
Subjects
BrandenburgHavelland
Pritzerber Laake
Schmelzwasserrinne
Quartärgeologie
Naturschutzgebiet
Geomorphologie
Hydrologie

