Die Potsdamer Glaziallandschaft - glazigene Sedimente und glaziäre Baustile
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10441
Abstract
[...] Im weichselkaltzeitlich entstandenen Potsdamer Gebiet wurden Geländeaufnahmen an Aufschlüssen bis 5 bzw. 10 m Tiefe vorgenommen. Es konnten verschiedene weichselkaltzeitliche Till-Arten, deren Strukturen und Texturen sowie glazialgenetische Oberflächenformen kartiert werden. Einfache glaziale Baustile und Bildungsprozesse jungglazialer Oberflächenformen sind selten. Vielmehr ergibt sich ein kompliziertes Bild der horizontalen und vertikalen Anordnung der Sedimente und ihrem Intergefüge. Die Erscheinungsbilder der Grundmoränen sind vielfältig, sie lassen eine Übereinstimmung von Relief und Struktur erkennen. Bei geringer Reliefausprägung treten ungestauchte Grundmoränen auf (söhlig lagernde Geschiebemergeldecke, Decke mit basalen Sandkeilen, mit Satteldiapirismus, Decken mit verschuppten Sandrücken). Hohe Grundmoränen im Rückland der maximalen Randlage des Brandenburger Stadiums weisen verschiedene, durch Stauchung strukturierte ältere Geschiebemergel auf, seltener den jungen Lodgementtill. Von den marginalen Bildungen treten areal entstandene Kames und frontale Endmoränen auf; oft lehnen sie sich an ältere Stauchungskomplexe an. Den gestauchten Endmoränen mit Schuppen- und Faltenstrukturen sind vielfach Niedertausedimente aufgesetzt. Auffallend weit verbreitet sind Niedertaulformen: Kleinflächige mittelhohe bis hohe Kamesberge und -terrassen, mehrere Typen großflächiger Kameslandschaften bzw. -felder. Lange, verzweigte subglaziale Rinnensysteme sind typübergreifend morphologisch ausgebildet.

