Stratigraphie und Genese eines karbonatreichen Beckenprofils am Kliff von Meschendorf (Ostsee, Mecklenburg)
Janke, Wolfgang
Meng, Stefan
Lorenz, Sebastian
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10908
Abstract
[...] Am Kliff bei Meschendorf an der südlichen Ostseeküste sind, wie an nur ganz wenigen Steilküstenabschnitten in Mecklenburg-Vorpommern, Weichsel-spätglaziale und holozäne, karbonatische und organogene Sedimente als Profil aufgeschlossen. Sie stammen aus dem Randbereich eines ehemals bis in die heutige Ostsee hineinreichenden Beckens. Es werden erste Untersuchungsergebnisse von zwei Referenzprofilen (Me-1 und Me-2) zur Sedimentologie, Molluskenfauna, Pollen- und Diatomeenflora, sowie ein Versuch der Rekonstruktion der Beckengenese vorgestellt und diskutiert. Die Sedimentabfolge über Geschiebemergel und aufgelagerten Beckensanden der Pommern-Phase beginnt mit einem Regosol des Meiendorf-Interstadials. Darüber sind bis zum 13. Jahrhundert unserer Zeit nur Sedimente, die während Vernässungsphasen, z. B. im Bölling-Interstadial und im Präboreal, abgelagert wurden, erhalten geblieben. Die obersten holozänen Beckensedimente sind durch die Litorina-Transgression der Ostsee und die subrezente Küstenkliff-Erosion wieder ausgeräumt worden. Das Becken von Meschendorf ist das jüngste der in Mecklenburg-Vorpommern bekannten quartären Becken und dokumentiert die komplexen geomorphologischen Prozesse in diesem Bereich während des Spätglazials und des Holozäns.

