Pollenanalysen aus den Holstein-Interglazialen von Vörln und Wildschütz in Nordsachsen

Erd, Klaus

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10446
Erd, Klaus, (Ed.),1995: Pollenanalysen aus den Holstein-Interglazialen von Vörln und Wildschütz in Nordsachsen. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 1995; Band 2; Heft 1, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10446. 

Abstract

[...] Aus der palynologischen Untersuchung der Bohrung Dahlen 1/85 bei Börlin konnte ein Pollendiagramm zusammengestellt werden, das die annähernd vollständige holstein-interglaziale Vegetationsentwicklung erkennen läßt. Die für das Holstein-Interglazial des gesamten nördlichen, gemäßigten Europas typische Abfolge von einer Kiefern- zu einer Fichten-, über eine anschließende Tannen-Hainbuchen- zu einer abschließenden Kiefern-Zeit ist gut ausgeprägt. Sie stimmt völlig mit derjenigen anderer Holstein-Interglaziale im Süden Ostdeutschlands überein und hebt sich vor allem deutlich von der Eem-Vegetationsabfolge ab. Die zur Aufgliederung der Hainbuchen-Tannen-Zeit wesentlichsten Elemente (Zone 5 – Celtis, Zone 6 – Pterocarya) wurden nicht angetroffen, so daß sich hier die Untergliederung wie in den benachbarten Vorkommen im wesentlichen auf die hohen Tannen- und niedrigen Hainbuchen-Werte in der Zone 6 stützt. Eindeutige Hinweise auf die Existenz kurzer Kälteschwankungen im Holstein-Interglazial existieren nicht. Es bleibt daher offen, ob der Kiefernvormarsch in der Subzone 3c auf örtlich eng begrenzte und zeitlich kurze Störungen oder auf eine großräumige Abkühlung zurückzuführen ist. Zur besseren Rekonstruktion des Wildschützer Interglazialbeckens wurden zusätzlich zu bereits früher durchgeführten Untersuchungen Einzelproben aus einigen Bohrungen analysiert, mit dem Ergebnis, daß eine einwandfreie Zuordnung zur Zone 6 der Holstein-Warmzeit und zu einer anschließenden Kaltzeit (wahrscheinlich Fuhne) möglich ist.