Besteht für unsere Seen eine geogene Versalzungsgefahr? Hydrochemisch-genetische Untersuchungen von Speisungsbedingungen an Seen im Naturpark Stechlin
Rechlin, Berthold
Ginzel, Gerhard
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11509
Abstract
[...] Dieser Fachartikel untersucht das Risiko einer natürlichen (geogenen) Versalzung von Seen im nordbrandenburgischen Naturpark Stechlin. Die Autoren analysieren, ob hochmineralisierte Tiefenwässer durch geologische Fenster in der schützenden Rupelton-Schicht in das Süßwasserstockwerk und damit in die Oberflächengewässer aufsteigen können. Mithilfe des hydrogeochemischen „Genese-Modells USGMH“ wurden Wasserproben aus verschiedenen Seen, darunter der Stechlinsee, der Dagowsee und der Roofensee, detailliert auf ihre chemische Signatur hin untersucht. Ein besonderer Fokus lag auf dem Nachweis von Modellsalzen, die als Indikatoren für den Einfluss von tiefen Formationswässern dienen. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der regionalen Erosionslücken im Rupelton aktuell keine akute Gefährdung durch Salzwasseraufstieg für die untersuchten Seen vorliegt. Die Studie belegt jedoch, dass die hydrostatischen Druckverhältnisse und die spezifische Grundwasserspeisung sensibel auf klimatische Veränderungen und anthropogene Entnahmen reagieren könnten. Der Beitrag liefert somit eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für das langfristige Monitoring und den Schutz der wertvollen Klarwasserseen in Brandenburg und unterstreicht die Effektivität genetischer Modellierungsansätze in der Hydrogeologie.
Subjects
BrandenburgNaturpark Stechlin
Limnologie
Hydrogeochemie
Salzwasserintrusion
Rupelton
Grundwasserspeisung
Genese-Modell

