Stand der geologischen Landesaufnahme in Berlin mit Ergebnissen der zuletzt veröffentlichten Geologischen Karten 1:10000, Blatt 425 und 426
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10443
Abstract
[...] Es wird ein Überblick über den Stand der geologischen Landesaufnahme des Berliner Raumes seit dem letzten Jahrhundert bis heute gegeben. Die zuletzt erschienenen Blätter der Geologischen Karte 1:10 000 von Berlin, Blatt 425 (zweite Auflage) und 426, lieferten folgende neue Erkenntnisse: Die Salzgesteine des Zechsteins haben das Deckgebirge zu einer Doppelstruktur aufgewölbt: im SE das Salzkissen Spandau und nordwestlich den Diapir Schönwalde. Die Zitadellenbohrung von 1880 wird aufgrund der vorliegenden Mikrofaunen und neuer Korrelationsmöglichkeiten stratigraphisch neu interpretiert. Die hier bestimmten ältesten tertiären Sedimente gehören zu den Sernoser Schichten des Mittel-Eozäns. Im Hangenden der oberezänen Unteren Schönwalder Schichten folgen kalkhaltige Tone, die bisher dem mitteloligozänen Rupelton zugeordnet wurden. Nach der analysierten Mikrofauna gehören sie jedoch noch zu den Oberen Schönwalder Schichten des Unter-Oligozäns. Die Mächtigkeit des Rupeltons ist entsprechend der Lage am Südostrand der sekundären Randsenke des Diapirs Schönwalde hier auf 148 m erhöht. Mit Hilfe der Kleingeschiebe- (4 - 10 mm) und Schwermineralanalyse werden die Grundmoränen der Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit stratigraphisch bestimmt. Ein eemzeitliches Vorkommen ist im Kartiergebiet pollenanalytisch nachgewiesen. Es wird eine neue Art der Baugrundkarte vorgestellt.

