Erweiterung der Karte des zu erwartenden höchsten Grundwasserstandes (zeHGW) für Berlin im Bereich der Teltow-Hochfläche und der Nauener Platte

Hörmann, Ulrike
Verleger, Hartmut

DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10949
Hörmann, Ulrike; Verleger, Hartmut, (Ed.),2020: Erweiterung der Karte des zu erwartenden höchsten Grundwasserstandes (zeHGW) für Berlin im Bereich der Teltow-Hochfläche und der Nauener Platte. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge; 2020; Band 27; Heft 1/2, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10949. 

Abstract

[...] In weiten Teil[...] Die Kenntnis des höchsten zu erwartenden Grundwasserstandes (zeHGW) ist für viele praktische Fragestellungen im Bauwesen, insbesondere für die Bemessung von Bauwerksabdichtungen und geotechnischen Sicherheitsnachweisen, von großer Bedeutung. Das in Berlin bisher verwendete Kartenwerk zum zeHGW war auf das Urstromtal und das Panketal begrenzt. Dieser Beitrag beschreibt die Methodik und die Ergebnisse der Erweiterung des Kartenwerkes auf die höher gelegenen Gebiete der Teltow-Hochfläche und der Nauener Platte. In diesen Gebieten sind die oberflächennahen Grundwasserverhältnisse deutlich komplexer, mit teilweise stark differenzierten, lokal ausgebildeten, gespannten oder freien Grundwasserkörpern. Die Erweiterung der Karte basiert auf einer detaillierten Auswertung der Grundwassermessstellen und dem Einsatz der GIS-Methode (Geografisches Informationssystem) zur flächenhaften Interpolation der Grundwasserstände. Durch die Berücksichtigung der geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse konnte eine valide Grundlage für Planungszwecke geschaffen werden.en Brandenburgs stehen die Grundwasserleiter aufgrund der geologischen Bedingungen, insbesondere der Überdeckung durch geringleitende, bindige Sedimente (Ton, Schluff), unter Druck. Wird ein solcher bedeckter Grundwasserleiter angebohrt, steigt das Wasser im Bohrloch auf. Übersteigt der Druck die Geländeoberkante, spricht man von einem Arteser. In Brandenburg sind Gebiete mit artesischen Verhältnissen bekannt, die bei unachtsamen Eingriffen in den Untergrund zu Arteserhavarien führen können. Zur Vermeidung solcher Unfälle ist es zwingend notwendig, vor Bohr-, Sondier- oder Erdarbeiten alle verfügbaren Informationen zum Untergrund vom zuständigen Geologischen Dienst einzuholen und die Arbeiten entsprechend zu planen. Am Beispiel einer durch Fremdverschulden verursachten Arteserhavarie in der Altstadt von Eberswalde im Januar 2021 wird die erfolgreiche Sanierung der Havarie innerhalb von neun Tagen unter winterlichen Wetterbedingungen beschrieben. Die enge und koordinierte Zusammenarbeit zweier Brandenburger Bohrunternehmen und des Geologischen Dienstes war entscheidend für die schnelle und schadensbegrenzende Behebung des Unfalls.