Subglaziale Rinnen in Norddeutschland: Analyse des aktuellen
Kenntnisstands und ihre Relevanz für die Langzeitsicherheit
in der Endlagerung
Bebiolka, Anke
Noack, Vera
Lang, Jörg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11185
Abstract
[…] Der Artikel „Subglaziale Rinnen in Norddeutschland: Analyse des aktuellen Kenntnisstands und ihre Relevanz für die Langzeitsicherheit in der Endlagerung“ von Sonja Breuer, Anke Bebiolka, Vera Noack und Jörg Lang befasst sich mit subglazialen Rinnen, die zu den tiefsten Erosionsstrukturen gehören und in ehemals vergletscherten Sedimentbecken verbreitet sind. Diese Rinnen entstehen durch Schmelzwasser unter hohem Druck an der Basis von Eisschilden oder Gletschern. Ihre potenzielle Bildung während zukünftiger Eiszeiten könnte die geologische Barriere von Endlagern für radioaktive Abfälle beeinträchtigen, weshalb ihre Prognose und Analyse für die Langzeitsicherheit entscheidend ist. Die Autoren haben vorhandene Daten zur Tiefenlage der Quartärbasis und zur Verbreitung pleistozäner subglazialer Rinnen neu interpretiert und eine aktualisierte Tiefenzonenkarte erstellt. Subglaziale Rinnen in Norddeutschland erreichen Tiefen von über 500 m, sind bis zu 12 km breit und über 100 km lang. Die größten Tiefen treten in Nordwest-Südost streichenden Zonen auf, die parallel zur känozoischen Subsidenzachse des Norddeutschen Beckens verlaufen. Die Verteilung und Geometrie der Rinnen wird stark durch den geologischen Untergrund und die Verbreitung leicht erodierbarer Sedimentgesteine beeinflusst. Die Untersuchung zeigt, dass die Orientierung der subglazialen Rinnen in einigen Regionen mit Störungen und Salzstrukturen korreliert, insbesondere wenn diese mit den Eisvorstoßrichtungen übereinstimmen. Die Ergebnisse liefern eine Grundlage zur Abschätzung der potenziellen zukünftigen subglazialen Erosion, die für die Standortauswahl und Langzeitsicherheit von Endlagern relevant ist.

