Ein holozäner Süßwasserkalk vom Scharmützelsee
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11305
Abstract
[...] Der Beitrag beschreibt das seltene Vorkommen von limnischen Festgesteinen im Flachwasserbereich des Scharmützelsees bei Bad Saarow. Der Autor untersucht travertinartige Kalksteinschollen, die am Kleinen Werl gefunden wurden und eine Besonderheit für die norddeutschen Kalkwasserseen darstellen. Die sedimentologische Analyse zeigt, dass es sich um holozäne Bildungen handelt, die durch die Ausfällung von Kalziumkarbonat im Zusammenspiel mit Algen und Cyanobakterien entstanden sind. Der Artikel dokumentiert die verschiedenen Gefügeformen der Kalke, vergleicht sie mit bekannten Onkoidkalken aus dem Alpenvorland und diskutiert die paläoumweltrelevanten Bedingungen während ihrer Entstehung. Zudem wird auf den Fundort im Kontext archäologischer Artefakte hingewiesen, was die zeitliche Einordnung der Kalkbildung unterstützt. Damit liefert die Studie einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis der holozänen Sedimentationsgeschichte und der Karbonatdynamik in brandenburgischen Seen.

