Zur glazitektonischen Überprägung des oberflächennahen Untergrundes
in Hamburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11178
Abstract
[…] Der Artikel von Alf Grube behandelt die glazitektonische Überprägung des oberflächennahen Untergrundes in Hamburg. Es werden Abweichungen in der Schichtenfolge tertiärer und quartärer Sedimente beschrieben, die durch glazitektonische Prozesse verursacht wurden. Diese Deformationen, die durch das Inlandeis entstanden sind, haben sowohl die Erdoberfläche als auch tiefere Schichten beeinflusst und sind von angewandt-geologischer Bedeutung, insbesondere bei Bauvorhaben. Die Geologie Hamburgs ist geprägt von Geestgebieten nördlich und südlich der Elbe, die durch Vergletscherungsphasen des Saale-Komplexes und der Weichsel-Kaltzeit geformt wurden. Glazitektonische Deformationen sind in Norddeutschland weit verbreitet und treten in Hamburg vor allem in bindigen Ablagerungen wie dem Lauenburger Ton auf. Die Intensität und Ausdehnung der Verstellungen variieren stark, von kleinräumigen plastischen Deformationen bis hin zu großflächiger spröder Bruchtektonik. Besonders markant sind die Blankeneser Berge und Stauchungszonen in verschiedenen Stadtteilen Hamburgs. Die Tiefenreichweite der Deformationen kann bis zu 200 Meter betragen, wobei die Weichsel-Kaltzeit weniger tiefgreifende Veränderungen bewirkte.

