Erscheinungen des weichselzeitigen Esrückzuges in Ostbrandenburg
LBGR Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-10430
Abstract
[…] Neue geologische Daten aus Bohrungen und Aufschlüssen in Ostbrandenburg erhärten die von mehreren Autoren auch für westlich und östlich angrenzende Räume ausgesprochene These eines schnellen Vorstoßes der letztglazialen Inlandvereisung bis zur Maximalausdehnung. Weiter ist zu konstatieren, dass die Eisschicht dieses Vorstoßes relativ geringmächtig war. Belegt wird dies durch die durchschnittliche Mächtigkeit des zugehörigen Geschiebemergels von nur 4 bis 10 m und die auffällig geringe glazitektonische Tiefenwirkung. Das schnell vorrückende Inlandeis überzog ein vorgeformtes Relief wie mit einer dünnen Decke. Die geringe Mächtigkeit machte dieses Eis anfällig gegen Klimaschwankungen und damit in den Randbereichen sowohl beim Vorstoß als auch in Abschmelzphasen sehr mobil. Demzufolge sind zusammenhängende Eisrandbildungen nur selten markant ausgebildet. Häufig sind die Randhalte an Höhenzüge älteren Ursprungs angelehnt oder durch abgerissene Lobenteile (stagnierendes Eis) verwischt. Ältere Randlagenfestlegungen sind kritisch zu überprüfen und ggf. geologisch zu untermauern.
Subjects
OstbrandenburgGlazialgeologie
LetzteEiszeit
Inlandeis
Geschiebemergel
Glazialtektonik
Klimaschwankungen
Eisrandlagen
Quartärgeologie
Bohrungen
Reliefüberdeckung

