Zur geologischen Beurteilung der Hangrutsche in Oderberg (Ostbrandenburg) – ein Geländereport
Hermsdorf, Norbert
Schlaak, Norbert
Simon, Andreas
DOI: https://doi.org/10.23689/fidgeo-11416
Abstract
[...] Dieser Geländereport des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) analysiert die Ursachen und Auswirkungen schwerer Hangrutsche, die sich im Jahr 2008 in der Stadt Oderberg ereigneten. Die Ortschaft liegt in einer geologisch sensiblen Zone am Rande des Eberswalder Urstromtals, geprägt durch steile Hänge der Endmoränen des Pommerschen Eisvorstoßes. Die Autoren zeigen auf, dass die Instabilität der Hänge aus dem komplexen Schichtaufbau resultiert: Wasserstauende Geschiebemergel wechseln sich mit wasserführenden Schmelzwassersanden ab. Intensive Niederschlagsereignisse führten zu einem Anstieg des Porenwasserdrucks, der in Verbindung mit anthropogenen Eingriffen (wie Bebauung und Entwässerung) das Gleichgewicht der Hangsegmente störte. Der Bericht dokumentiert die unmittelbaren Gefahren für die Wohnbebauung und diskutiert ingenieurgeologische Sicherungsmaßnahmen. Zudem liefert er wichtige Erkenntnisse zur langfristigen geomorphologischen Dynamik im Odertal und unterstreicht die Notwendigkeit einer detaillierten Baugrunduntersuchung in vergleichbaren Hanglagen Norddeutschlands. Damit bietet der Beitrag sowohl eine praxisnahe Fallstudie für Planer als auch wertvolle Daten zur regionalen Quartärgeologie.
Subjects
BrandenburgOderberg
Hangrutsch
Ingenieurgeologie
Quartärgeologie
Geomorphologie
Baugrundrisiko
Hangstabilität

