Die regionale Unterscheidung von Lössen des Jungwürms durch Körnung und Tonmineraleigenschaften unter Anwendung multivariater Methoden

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Mit Hilfe der multiplen Regressionsanalyse wurde festgestellt, daß mit chemischen Meßwerten, wie K-Fixierungsarten und Pufferkapazitäten für K bei K-Ca-Gleichgewicht, Tonmineralbestände von Lössen und Lößböden (∑ lllit, Smektit, Vermiculit > 80—90 % der Fraktion < 2 µm) bestimmt werden können. Eine Trennung mitteleuropäischer Lösse wurde mit diesen und anderen Eigenschaften versucht, die Aussagen über die Tonmineralbestände in den Lössen des Jungwürms wegen Interkorrelationen zwischen diesen Eigenschaften und Tonmineralmengen gestatten. Die südbayerischen Lösse können durch Tonmineraleigenschaften und Körnung mit der Diskriminanzanalyse in eine Lößkern- und Lößrandlanschaft (1 km-Zone an den Terrassenkanten) unterschieden werden. Die Lösse der Mittelgebirgsvorlandzone sowie der niedersächsischen und hessischen Beckenlandschaften sind auf Grund der gemessenen Eigenschaften (Körnung, K-Fixierung, K-Ca-Austauschkurvenwerte) so homogen, daß eine regionale und vertikale Auftrennung in mehrere Gruppen statistisch nicht abgesichert werden kann. Für die Trennung der Lösse des Jungwürms in drei Gruppen (L Mittelgebirgsvorlandzone, niedersächsische und hessische Beckenlandschaften, 2. südbayerische Kernlandschaften, 3. südbayerische Randlandschaften) erweisen sich die nasse K-Fixierung am Ton < 2 µm und die Fraktion 20—60 µm als Eigenschaften mit großer Trenngüte. BCKG Ton ist eine Eigenschaft der Lösse, die als sehr empfindlicher Meßwert die Streuung der Werte um die Gruppenmittelwerte gut erklären kann. Die Mittelwerte von K fix Ton und BCKG Ton geben zu erkennen, daß die Lösse der südbayerischen Kernlandschaften smektitreicher und illitärmer als die Randlandschaften und die oben genannten Lößlandschaften außerhalb Bayerns sind. Es kann vorausgesagt werden, daß bei gleicher Tonmineralumwandlungsrate im Holozän pedogene Änderungen von Dreischichttonmineralen in den Lößgebieten außerhalb Bayerns als gesetzmäßige Entwicklung leichter ermittelt werden können als in den südbayerischen Lößgebieten.
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