Vorschläge für eine geochronologische Gliederung des Holozäns in Europa

Kategorien: Glazialgeologie

Zusammenfassung

Innerhalb des Holozäns sind die Grenzen der Untereinheiten dank der Fortschritte geochronologischer Methoden (Warwen-Zählung, Dendrochronologie, C-14-Verfahren u. a.) bereits so genau festlegbar, daß es notwendig ist, eine Standardgliederung aufzustellen. Es wird vorgeschlagen, in einem engumgrenzten Bezugsraum auf biostratigraphischem Wege ermittelte Abschnittsgrenzen chronologisch zu fixieren (z. B. durch C 14), die lithostratigraphisch-biostratigraphischen Lokalgliederungen Europas auf demselben Wege chronologisch zu überprüfen und an das Bezugsschema anzuhängen. Als Gebiet für die Standardgliederung wird ein von der Nordsee zur Ostsee reichender Streifen der Jütischen Halbinsel vorgeschlagen, und zwar deshalb, weil man in diesem Gebiete den Zeitpunkt des Eintreffens biofazieller (waldgeschichtlicher) Abschnitte ermitteln und mit den Ereignissen im marinen Faziesbereich verknüpfen kann. Die Grenzen der Pollenzonen sollen hier auf chronologischem Wege festgelegt werden. Es erweist sich als notwendig, die Namen für die Unterabschnitte des Holozäns in Zukunft zweierlei Kategorien zuzuweisen: a) mit den Abschnitten der Standardgliederung zeitlich übereinstimmende Zeiträume, b) Untereinheiten des Holozäns, die auf der Basis lokaler litho- oder biostratigraphischer Unterscheidung stehen. Für die Standardgliederung wird vorgeschlagen, die Grenzen wie folgt zu legen: Beginn des Jungholozäns: Beginn Pollenzone des Subatlantikums; Beginn des Mittelholozäns: Beginn Pollenzone des Atlantikums; Beginn des Altholozäns: Beginn Pollenzone des Präboreals (jeweils im Bezugsraum). Diese Einheiten werden unterteilt in mit neuen Termini zu belegende Stufen; die Ausdrücke der BLYTT-SERNANDERschen Theorie sind durch diese neue Stufen-Begriffe zu ersetzen.
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